Trauer und Neuanfang

So, der Fuchs ist zurück aus der Sommerpause! Gerade sitze ich in meinem Lieblings-Café und geniesse die angenehme kühle Luft hier drinnen.

Ich hoffe, dass auch ihr schöne Tage verbracht hattet und noch welche vor euch habt.😎

Nächste Woche werde ich zum ersten Mal ein paar Dinge verlosen – denn was gibt es Schöneres, als Freude mit Freunden zu teilen?!

Doch heute will ich einen Gedanken mit euch teilen: Warum es okay ist, auf das Leben wütend zu sein.

Unfair, aber trotzdem lebenswert

Diese Woche hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner Therapeutin. In den letzten Wochen fühlte ich eine Wut und Enttäuschung in mir, wie ich sie bis jetzt nicht kannte.

Denn während ich aus zwischenmenschlicher, psychischer und seelischer Sicht grosse Erfolge feiere (meine Depression zeigt sich immer wie seltener), läuft es beruflich ziemlich … naja, eigentlich läuft es nicht.

In der Therapie wurde mir dann klar, warum dies so ist: All die Entscheide, die man sich normalerweise anfang 20 stellt (Wo und als was will ich arbeiten? Welchen Lebensstil möchte ich leben?), kann ich erst jetzt beantworten. Denn damals waren andere Dinge wichtig: Mich am leben zu halten. Durch Therapien und Selbst-Arbeit mein Leben wieder in gesündere Bahnen zu lenken.

Aus beruflicher Sicht fehlen mir diese Jahre, in denen ich mehr oder weniger konstant einen Weg verfolgen konnte.

„Ja, das ist unfair. Andere Menschen haben schlicht nicht so viel Ballast zum aufarbeiten“, sagte mir meine Therapeutin. Meine Augen wurden blitzartig feucht und meine Hände schwitzig. Genau das ist es, was ich im Moment fühle: Diese verdammte Ungerechtigkeit. Seit meinem achten Lebensjahr wird mein Leben von Therapien begleitet, die Energie kosteten. Und erst jetzt, mit 28 Jahren, kann ich mich auf meine Wünsche und Bedürfnisse konzentrieren. Denn erst jetzt merke ich, was ich will und was nicht.

Logisch schneide ich dann im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen ganz anders ab, wenn es um solche Dinge geht. Und ja, es mag unfair sein – denn ich hatte nie um meine Depression gebeten. Sie war aber da. Und das ist okay, weil dieses Leben trotz allem mein Leben ist.

Nun brauche ich Zeit, um diesen „verlorenen“ Jahre nachzutrauern. Es hat eigentlich auch etwas abenteuerliches, mit bald 30 Jahren das Leben zum ersten Mal bewusst gestalten zu dürfen.

Mit welchen Entscheidungen habt ihr euer Leben verändert? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin gespannt!

Wir lesen uns nächste Woche🤗

Remo🦊