Sex & Depressionen

Der Volpe_Sex und Depressionen

Während meinen depressiven Episoden war Sex für mich ein riesiges Thema. Denn mein Kopf war der Meinung, „dass es mal wieder an der Zeit wäre“, Sex zu haben. Mein Körper jedoch verspürte keine Lust, kein Verlangen und schon gar keine Vorfreude.

Der Wunsch nach Sex

Meinem Partner gegenüber hatte ich oft ein schlechtes Gewissen. Denn wegen mir musste er schon einige Male zurückstecken. Zum Beispiel wenn ich schon wieder einen Termin absagen musste, weil ich wegen der Depression wieder nicht aus der Wohnung kam.
Dieses schlechte Gewissen führte dann manchmal dazu, dass ich mich stark unter Druck setzte, wenigstens unser Sexualleben weiterzuführen.

Zudem wollte ich mit dem Sex ein wenig „Normalität“ in meinem Leben bewahren. Denn wer ist schon in seinen Zwanzigern und hat keinen Sex?, dachte ich mir.

Kopf und Körper im Stress

Doch die Realität bewies mir rasch und immer wieder, dass die obigen Überlegungen nicht zum gewünschten Ziel führen.
Zwar konnte ich manchmal für eine kurze Dauer ein Lustempfinden spüren, das ich dann sofort nutzte, um Sex zu haben – doch mitten im Akt holte mich die Realität wieder ein.
Oft war es wie ein Erwachen und ich merkte, dass ich mich in einer Situation befinde, die mir nicht gut tut. Mein Kopf sagte mir, dass ich „weitermachen“ müsse, damit die Normalität bleibt und damit ich meinem Partner nicht noch mehr zuleide lebe – doch mein Körper fühlte sich übergangen.
Dieses Übergangen-Werden wurde dann jeweils so stark, dass ich abrupt das Zimmer verlassen musste. Mein Partner blieb dann verwirrt zurück.

Über Sex und Depressionen reden

Mir ist bewusst, dass bei anderen Menschen die Depression eine gegenteilige Wirkung haben kann. Also dass der Sexualtrieb gesteigert wird. Bei mir war das aber nicht der Fall. Für mich stellte sich die Frage, was das nun zu bedeuten hat?
Denn schliesslich sollte mein Partner nicht noch mehr unter meiner Depression „leiden“ müssen. Also redeten wir darüber.

In den Gesprächen wurde mir klar, dass es ihm einzig darum geht, dass es mir besser geht. Als er dann erfuhr, welche Gedanken mich zum Sex „zwangen“, war er überrascht. Denn er sagte mir, dass er lieber eine Zeit lang auf Sex verzichten würde, als dass ich mich zu irgendetwas zwinge.

Für mich waren diese Gespräche enorm wichtig und entlastend. Denn sie halfen mir, dass auch ich diese Situation akzeptieren konnte.

Herausfinden, was beiden gut tut

Ist der Druck, Sex haben zu müssen, einmal weg, öffnet das viele neue Wege. Denn Sex ist nicht die einzige Möglichkeit, sich in einer Partnerschaft verbunden zu fühlen.
Ich merkte bald, dass gemeinsame Unternehmungen oder gemeinsame Gespräche genauso verbindend wirken.

Und: Ist der Sex kein Muss mehr, hat auch die Lust wieder Platz. 😊👨‍❤‍👨

Was sind eure Erfahrungen mit Depression und Sex und wie geht ihr damit um? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. 🤗

Herzlichst,
Remo🦊

DER VOLPE_Lust auf eine Kurzgeschichte