Der Volpe_Wohin

Wohin?

Vor einer Woche habe ich einer Kollegin erzählt, dass es mir wichtig ist, hier nur über Sachen und Begebenheiten zu erzählen, die ich bereits verarbeitet habe. Dass ich hier kein Tagebuch führe und dass meine Artikel stets einen helfenden/inspirierenden Charakter für dich als Leser haben sollte.
Doch mit dem heutigen Text breche ich zumindest eine dieser Regeln: Ich schreibe über meine jetzige Situation, die ich noch in keinster Weise verarbeitet habe.
Somit will ich auch klar machen: Die Depression wird sich wahrscheinlich immer wieder zeigen. Das Ziel ist nicht, sie nicht mehr zu spüren, sondern, dass ich lerne, mit ihr umzugehen.

Momentan befinde ich mich in einer Situation, die ich noch nicht einschätzen kann: Zum einen merke ich, dass die alten Trigger, also Situationen, die mich früher in ein Tief zogen, nun nicht mehr diese Macht haben. Zumindest habe ich nun mein „Werkzeug“ und weiss, wie ich mich vor dem Fall in die depressive Tiefe schützen kann.

Durch diesen Erfolg hat der „normale“ Alltag mehr und mehr Platz. Und der hat es momentan in sich: In wenigen Monaten läuft mein befristeter Arbeitsvertrag aus und ich bewerbe mich wie wild auf Jobs. Doch eigentlich weiss ich doch noch gar nicht, wohin ich wirklich will!
Denn in den letzten Jahren war ich entweder damit beschäftigt, meiner Depression aus dem Weg zu gehen, oder mich in ihr zu suhlen. Doch nun, da ich mich mit meiner Depression beschäftige und intensiv an mir arbeite, habe ich plötzlich mehr Zeit. Das scheint vielleicht unlogisch, aber da ich mich nicht mehr davor drücke, meine Probleme anzugehen, schafft dies Platz. Platz in meinen Gedanken und zeitlichen Platz in meinem Alltag.

Der Volpe_Wohin

Doch eben: Was mache ich jetzt mit dieser Zeit? Will ich mit einem neuen Hobby beginnen? Will ich mehr für meinen Blog schreiben? Und will ich einen 100%-Job oder doch lieber eine Teilzeitarbeit? Und was sollte dies für eine Arbeit sein?
Momentan sehe ich so viele interessanten Türen. Gleichzeitig weiss ich auch, dass in der Versuchung, durch sie alle durchzuschreiten, die Gefahr liegt. Denn ich will mich nicht schon wieder ablenken, in dem ich einfach ALLES ausprobiere und ich mich schlussendlich für keine der Türen entscheide.

Mein Leben verlangt nach einer Entscheidung. Keine Entscheidung für die Ewigkeit. Doch eine Entscheidung für das Jetzt.
Zeitweise macht mir das Angst und ich fühle mich hoffnungslos überfordert. Dann gibt es auch die wunderbaren Momente in denen ich spüre, dass ich tief in mir die Antwort schon weiss. Die Geduld, mir zuzuhören, um die Antwort zu erfahren, ist noch nicht da. Vielleicht wird es Zeit, dass ich sie einlade.

Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende!

Herzlichst,
Remo🦊