Unser Selbstbild verändert sich

Der Volpe_Selbstbild

Unser Selbstbild gibt uns unter anderem die Informationen, wer wir sind, was wir tun wollen und was nicht zu unseren Kompetenzen gehört. Eigentlich ist es eine Art Navigationsgerät, das uns durch das Dickicht des Lebens führt und uns den Alltag erleichtert.

Und da wir uns tagtäglich (unterbewusst) mit dem Selbstbild beschäftigen, gewöhnen wir uns stark daran. Doch Fakt ist, dass wir uns als Person stetig weiterentwickeln – was aber passiert mit dem Selbstbild?

Wenn unser Tun und unser Selbstbild sich unterscheiden

Rückblickend habe ich in den letzten Wochen Entscheidungen gefällt, die meinem Selbstbild nicht entsprechen. Die Entscheidungen waren mutig, selbstbewusst und risikofreudig. Mein Selbstbild ist jedoch noch immer ein gutes Stück vorsichtiger.

Was ist also passiert? Zuerst einmal: Ich denke, dass es ganz normal und auch notwendig ist, dass wir uns an unser Selbstbild gewöhnen. Schliesslich wäre es ein grosser Kraftakt, uns jeden Tag die Frage zu stellen: „Bin ich heute noch immer die Person, die ich auch gestern noch war?“

Doch wenn ich spüre, dass mein Handeln immer stärker von meinem vermeintlichen Selbstbild abweicht, dann macht diese Frage durchaus Sinn. Denn wer will schon ein Navigationsgerät nutzen, auf dem die neuen Strassen nicht erfasst sind?

Neue Gewohnheiten müssen wir uns erkämpfen

Nie hätte ich gedacht, wie viele Emotionen sich melden, wenn ich beginne, mein Selbstbild zu hinterfragen und zu verändern.
Ich spürte Panik! Mein Hals schnürte sich zu, meine Hände zitterten und meine Ohren hörten nur noch ein lautes Rauschen.

Gerade erinnere ich mich an den Artikel über das Verlassen der Komfortzone. Ja, genau um das geht es! Das eigene Selbstbild befindet sich normalerweise in der Komfortzone – verändern wir also unser Selbstbild, verlassen wir somit auch die Komfortzone. Und da „draussen“ wird es immer emotional.

Was passiert genau?

Wenn wir beginnen, unser Selbstbild zu verändern, sind dabei unterschiedliche Aspekte unserer Persönlichkeit involviert.
Wir müssen anerkennen, dass unser gewohntes Verhalten nicht mehr zu uns passt. Oft haben wir die Komfortzone bereits unbemerkt verlassen und verfallen dann in Panik, wenn es uns bewusst wird. Denn wir haben ja noch gar keine Referenzpunte, die uns sagen, ob uns das gut tut oder nicht!

Letzteres ist wohl der schwierigste Teil. Denn wie kann ich gegen meine Angst und Unsicherheit ankommen, wenn ich gar keine Argumente habe, dass „alles gut kommen wird“?
Die Lösung steckt in der Konfrontation. Wir müssen unsere Angst packen, ihr in die Augen schauen und uns bewusst machen: Wir wissen nicht, was passieren wird. Aber wir vertrauen auf unser Leben und hören auf, uns von unserer Angst leiten zu lassen. Denn ein Teil von uns hat die Notwendigkeit ja erkannt und hat die alte Komfortzone bereits verlassen.

Das neue Selbstbild wachsen lassen

Nach all den Jahren der Therapien, Selbstfindung und Gespräche hätte ich nicht gedacht, dass die Veränderung meines Selbstbilds derart starke Emotionen auslöst.

Gleichzeitig ist diese Veränderung auch ein Zusammenfluss von vielen kleinen Veränderungen, die wir in unserem Leben bereits durchlaufen haben. Dass wir bereit sind, unser Selbstbild und somit auch unseren bisherigen Entscheidungs-Prozess zu ändern, bedeutet, dass in uns ein neuer Teil erwacht ist.

Dieser neue Teil braucht nun Zeit, Geduld und Vertrauen, damit er sich aufrichten und zeigen kann.

Das Abenteuer geht also weiter🤠

Herzlichst,
Remo🦊

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