Wie privat ist meine Gesundheit?

Der Volpe_Wie privat Gesundheit

Bis vor wenigen Jahren hätte ich gesagt: Meine Gesundheit ist zu 100 Prozent privat! Doch heute sehe ich das anders.

Die meiste Zeit verbringen wir mit Arbeiten

Wer in Vollzeit arbeitet, ist fünf von sieben Wochentagen nicht zuhause. Oder anders gesagt: Wir verbringen wöchentlich nur knapp 29 Prozent der Tage privat.

Als ich damals aufgrund meiner Depression nicht mehr fähig war, jeden Tag zu arbeiten, war ich überfordert. Wie gehe ich damit um? Was teile ich meinem Arbeitgeber mit? Soll ich ihm sagen, dass ich Depressionen habe? Ich wusste es nicht. Also meldete ich mich vorerst einfach mal krank.

Als sich meine Krankheitstage jedoch häuften und somit ein Arztzeugnis vonnöten wurde, entschied ich mich für einen Zwischenweg: Ich liess mich von meinem damaligen Psychiater krankschreiben und schickte den Zettel meinem Arbeitgeber. Wer genau hinsah, bemerkte, dass nicht ein Hausarzt, sondern ein Therapeut unterschrieb.
Für mich war das der passendste Weg, meinem Arbeitgeber mitzuteilen, warum ich zurzeit nicht regelmässig arbeiten kann.

Ich will zu mir stehen – möglichst überall

Denn meinem Arbeitgeber gegenüber wollte ich nicht mehr so tun, als hätte ich eine Grippe. Ich lüge nicht gerne und vor allem will ich mich nicht verstellen müssen. Darum entschied ich mich dazu, meinem Arbeitgeber mitzuteilen, dass ich Depressionen habe.

Dieser Wunsch, mich und meine Depression nicht mehr zu verstecken, führte irgendwann zu diesem Blog. Und auch hier stellte ich mir die Frage, – da ich journalistisch Tätig bin – sollen meine künftigen Arbeitgeber von diesem Blog erfahren?

Es war ein längerer Prozess, bis ich mich dazu entschied, das Projekt DER VOLPE in meinem Lebenslauf zu erwähnen. So kann man es herausfinden, wenn man genauer hinschaut und ich muss nicht aktiv darauf hinweisen.

Wieso aber soll mein Arbeitgeber überhaupt etwas von meiner Krankheitsgeschichte erfahren?

Ich finde, dass sich das Arbeitsklima verbessert, wenn von Tatsachen geredet wird, anstatt dass der Arbeitgeber nur Vermutungen anstellen kann.
Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass ich wegen meiner damaligen Depression heute nicht anders behandelt werde. Es hilft mir jedoch, einfacher Grenzen zu ziehen.
Denn in meiner Branche ist es üblich, unzählige und unbezahlte Überstunden zu leisten. Heute bin ich dazu nicht mehr bereit – meiner Gesundheit wegen. Meine Logik lautet: Ich nutze mir und meinem Arbeitgeber mehr, wenn ich anwesend statt krank bin. Diese Logik ist bei vielen Arbeitgebern jedoch noch nicht angekommen.

Darum habe ich mich dazu entschieden, möglichst nur dort zu arbeiten, wo diese Logik bereits gelebt wird, oder wo zumindest gemerkt wird, dass die alte „Logik“ nicht ganz so gesund ist.

Was meint ihr dazu? Oder habt ihr andere Erfahrungen gemacht?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Herzlichst,
Remo🦊

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