Raus aus dem Loch!

DER VOLPE_Raus aus dem Loch

Heute zeige ich auf, was ich tue – oder nicht tue – um wieder aus einem depressiven Tief hinaus zu kommen.
Die nachfolgenden Punkte ersetzen aber keinesfalls eine therapeutische Behandlung.
Zudem behalte ich mir vor, diese Liste laufend zu ergänzen.

Falls du ebenfalls Inputs hast, dann her damit! 😀

Singen 🎶

Es muss nicht einmal ein bestimmtes Lied sein. Es geht mir darum, meiner Stimme Platz zu geben. Ihr einfach mal zuzuhören.
Denn wenn ich singe, trägt meine Stimme festsitzenden Emotionen nach aussen. Für mich ist dies eine wunderbare Art, unterdrückte Gefühle zuzulassen und dann gleich loslassen zu können.

Orgasmus 💥

Kaum etwas belebt so sehr wie die pure Lust.
Wenn ich in einer depressiven Episode festsitze, ist es mir aber kaum möglich, mit meinem Partner Sex zu haben. Deswegen muss die Lust aber nicht auf Eis gelegt werden!
Denn Orgasmen wirken wahre Wunder: Sie beleben den Körper. Diese positive Körpererfahrung bringt wieder Licht in meine dunklen Gedanken und verschaffen mir auch eine Pause von ihnen.

Leidenschaft 🧡 

Kochen und Backen gehören zu meinen Tätigkeiten, die ich mit grosser Leidenschaft ausüben kann. So hat es sich schon einige Male ergeben, dass ich bis tief in die Nacht Kuchen buk, um sie danach mit meiner Familie zu verkosten. Oder ich experimentiere mit neuen Geschmacks-Kombinationen für meine Marmeladen.
Meine Freude während diesen Tätigkeiten und das körperliche Arbeiten wirken für mich wie ein Antidepressivum.

Plantschen 🛀

Seit ich in einer Wohnung mit Badewanne lebe, kann ich mir ein leben ohne Wanne kaum noch vorstellen!
In diesem  Moment, wenn ich die Seife ins fliessende Wasser gebe und sich dann Schauminseln bilden, bin ich glücklich. Wahrscheinlich ist es mein inneres Kind, das Freudesprünge macht und sich auf diese warme Umarmung des Wassers freut.
Vor ein paar Monaten habe ich Badezusätze mit „extra langanhaltendem Schaum“ entdeckt… Seit dann ist das Baden eine freudige Therapie für mich geworden 😅

Erinnerungen 💭

In einer akuten Situation braucht es eine schnelle und einfache Lösung: Meine Erinnerungen. Ich erinnere mich an das Gefühl, wie es war, als ich mich schon einmal aus einem Tief ziehen konnte.
Ich muss nichts weiter tun als die gute Energie aus der Vergangenheit in meine Gegenwart zu leiten.
Hier habe ich bereits darüber geschrieben.

Ignorieren 🙈

Diese Methode ist die risikofreudigste. Denn wenn ich den „Ignorier-Modus“ aktiviere, muss mir Folgendes bewusst sein:

  1. Das Ignorieren meines Zustandes birgt die Gefahr, dass meine Gefühlslage sich drastisch verschlechtern kann.
  2. Darum darf das Ignorieren nur wenige Stunden andauern.

Ein Beispiel, als mir das Ignorieren half:
Vor wenigen Tage freute ich mich auf eine Theateraufführung. Etwas zwei Stunden bevor ich mich mit Marco auf den Weg ins Theater machte, überkam mich eine grosse Unlust, begleitet von Müdigkeit und der Angst vor der Menschenmasse im Theater.
Ich entschied mich, diesen Gefühlen kein Gewicht zu geben und ignorierte sie.
Zähneknirschend ging ich also ins Theater. Als ich dann auf meinem Sitz sass und der Vorhang aufging, waren meine Ängste verflogen und ich erlebte einen wunderbaren Abend.

Das Ignorieren kann also helfen, festgefahrene Muster zu durchbrechen.

Schweigen 🤐

Klar, Lösungen werden meist erst gefunden, wenn ich in der Lage bin, mit jemanden über meine Sorgen zu reden. Mein erster Schritt ist aber meist das Schweigen. Denn erst in dieser „Ruhe“ gelingt es mir, zu erfassen, was gerade los ist.
Zudem beschützt mich das Schweigen auch. Denn wenn ich „frisch“ in ein depressives Loch gefallen bin, brauche ich Zeit, mich zu sammeln.
Erst wenn ich einigermassen weiss, wie ich mich überhaupt fühle, bin ich in der Lage, zu reden.

Reden 🗣

Mein Umfeld weiss in etwa wie ich mich verhalte, wenn ich in einer depressiven Phase feststecke. Dies erleichtert mir mein Leben extrem. Gerade auch das Zusammenleben mit meinem Partner wird so um einiges einfacher und noch angenehmer.
Ein Beispiel:
Seit ich meinem Freund mitgeteilt habe, dass ich, wenn ich in einem Tief bin, auf keine Frage von ihm eine Antwort gegen kann, ist ein riesiger Druck von mir abgefallen. Denn ich weiss von nun an: Er weiss, was los ist und er erwartet von mir keine Antwort.
Gleichzeitig hilft ihm diese Info, zu verstehen, warum ich so reagiere.

Daher rate ich allen:
Redet mit euren Liebsten. Sagt ihnen, was ihr von ihnen erwartet, wenn ihr das nächste Mal in einer depressiven Phase steckt. Und vor allem: Gebt ihnen Beispiele, damit sie eure depressive Phase überhaupt erkennen können! Denn diese zu erkennen kann für Aussenstehende sehr schwierig sein.

 

Ich hoffe, dass einige von meinen Methoden dir weiterhelfen können. Und falls du merkst, jemandem aus deinem Umfeld geht es nicht gut: Vielleicht ist er oder sie um ein paar Tipps froh? Gerade das Singen könnte man auch als gemeinsamer Karaoke-Abend umsetzen 🙂

Schaut gut zu euch!

Herzlichst,
Remo🦊

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